Aufschieberitis im Studium: Prokrastination stoppen

Person sitzt an einem Tisch und blickt auf eine Wanduhr – Symbolbild für Prokrastination und Zeitdruck im Studium

Aufschieberitis im Studium ist ein alltägliches Problem für viele Studierende. Man weiß, dass man anfangen sollte, doch plötzlich sind andere Dinge „wichtiger“. Das Zimmer wird geputzt, Mails beantwortet oder einfach nichts getan. Dahinter steckt oft Prokrastination, also das bewusste Aufschieben wichtiger Aufgaben.1

Was harmlos beginnt, kann ernst werden: Viele erleben Stress im Kopf, emotionale Überforderung oder sogar körperliche Reaktionen wie weinen bei Überforderung. Die ständige Angst zu versagen verstärkt das Gefühl, festzustecken. Denn Studien zeigen: Rund 75 % der Studierenden kennen dieses Verhalten und manche leiden dauerhaft unter Aufschieberitis im Studium.2

Ursachen: Was hinter dem Aufschieben steckt

Die Ursachen für Aufschieberitis im Studium sind vielfältig. Neben persönlichen Eigenschaften wie Impulsivität spielen auch schlechte Organisation, Perfektionismus und negative Gefühle eine Rolle. Denn wer zu viel grübelt, gerät leicht in einen Kreislauf aus Unsicherheit, Überforderung im Leben und Schuldgefühlen.

Die Aufschieberitis im Studium wird maßgeblich durch drei zentrale Einflussfaktoren begünstigt: individuelle Persönlichkeitsmerkmale wie eine geringe Frustrationstoleranz, Schwächen im Selbstmanagement und Zeitempfinden sowie belastende äußere Bedingungen wie soziale Isolation oder fehlende Klarheit bei den Anforderungen.3  

All das führt dazu, dass sich Aufgaben immer mehr aufstauen und Aufschieberitis im Studium chronisch werden kann.

Prokrastination überwinden und Zeitmanagement lernen

Ein effektiver Weg aus dem Teufelskreis ist, Zeitmanagement zu lernen. Wer weiß, wie man sinnvoll plant, kann Prokrastination überwinden und sich endlich von innerem Druck befreien. Studien zeigen: Klare Ziele und strukturierte Abläufe reduzieren das Aufschiebeverhalten.4,5

Praktische Zeitmanagement Tipps und Strategien gegen Aufschieberitis im Studium:

1. Erstelle einen Wochenplan mit festen Lernzeiten.

2. Unterteile große Aufgaben in kleine, klare Schritte.6

3. Nutze „Wenn-dann“-Pläne: Wenn ich 30 Minuten lerne, mache ich danach 5 Minuten Pause.7

4. Vermeide Ablenkungen: Handy weg, Lernplatz klar.

5.  Belohne dich – Motivation wächst durch kleine Erfolge.8

Mit Hilfe dieser Tipps kannst du Zeitmanagement lernen, Stress im Kopf abbauen und deinen Studienalltag neu strukturieren.

Mentale Gesundheit stärken – gegen emotionale Überforderung

Aufschieberitis im Studium betrifft nicht nur deinen Zeitplan, sondern auch dein emotionales Wohlbefinden.
Viele Studierende fühlen sich kraftlos, zweifeln an sich selbst oder erleben die ständige Angst zu versagen im Studium betrifft nicht nur deinen Zeitplan, sie wirkt sich oft direkt auf dein emotionales Wohlbefinden aus. In besonders belastenden Momenten kann das sogar zu weinen bei Überforderung führen was ein klares Zeichen dafür ist, dass der Druck zu groß geworden ist.

Gerade deshalb ist es so wichtig, die eigene mentale Gesundheit gezielt zu trainieren, nicht erst, wenn es zu spät ist, sondern als fester Bestandteil deines Studienalltags. Denn mit kleinen Erfolgen, klarer Struktur und realistischen Erwartungen lernst du, besser mit Belastung umzugehen.
So kannst du sowohl emotionale Überforderung als auch Überforderung im Leben aktiv reduzieren und damit deine mentale Gesundheit stärken, bevor sie leidet.

 Prokrastination überwinden – Schritt für Schritt

Ob du gelegentlich aufschiebst oder regelmäßig im Stress versinkst, du kannst Prokrastination überwinden. Nimm dir Zeit, um Zeitmanagement zu lernen, finde deine Strategie und erkenne: Du bist nicht allein. Aufschieberitis im Studium ist weit verbreitet, aber auch lösbar. Mit den richtigen Zeitmanagement Tipps kannst du, Zeitmanagement lernen, Stress im Kopf abbauen, deine Ziele erreichen und dein Wohlbefinden deutlich verbessern – und so Aufschieberitis im Studium erfolgreich überwinden.


Fußnoten
  1. Rückert, H. W. (2014). Schluss mit dem ewigen Aufschieben: Wie Sie umsetzen, was Sie sich vornehmen. Frankfurt am Main: Campus Verlag. ↩︎
  2. Schouwenburg, H. C., Lay, C. H., Pychyl, T. A., & Ferrari, J. R. (2004). Counselling the procrastinator in academic settings. Washington, DC: American Psychological Association. https://www.researchgate.net/publication/276294902_Counseling_the_Procrastinator_in_Academic_Settings ↩︎
  3. Gerholz, K.-H., & Klingsieck, K. B. (2013). Employability und Prokrastination aus einer hochschuldidaktischen Perspektive. Das Hochschulwesen, 61, 122–128. https://www.hochschulwesen.info/inhalte/hsw-4-2013.pdf ↩︎
  4. Steel, P. (2007). The nature of procrastination: A meta-analytic and theoretical review of quintessential self-regulatory failure. Psychological Bulletin, 133(1), 65–94. https://www.researchgate.net/publication/6598646_The_nature_of_procrastination_a_meta-analytic_and_theoretical_review_of_quintessential_self-regulatory_failure_Psychol_Bull_133_65-94 ↩︎
  5. Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503.  https://www.researchgate.net/publication/232586066_Implementation_Intentions_Strong_Effects_of_Simple_Plans ↩︎
  6. McCrea, S., Liberman, N., Trope, Y., & Sherman, S. (2008). Construal level and procrastination. Psychological Science, 19, 1308–1314. https://journals.sagepub.com/doi/10.1111/j.1467-9280.2008.02240.x ↩︎
  7. Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503. https://www.researchgate.net/publication/232586066_Implementation_Intentions_Strong_Effects_of_Simple_Plans ↩︎
  8. Ackerman, D. S., & Gross, B. L. (2005). My instructor made me do it: Task characteristics of procrastination. Journal of Marketing Education, 27(1), 5–13. https://www.researchgate.net/publication/247753031_My_Instructor_Made_Me_Do_It_Task_Characteristics_of_Procrastination ↩︎

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